Für einen guten Schutz vor Autodieben

Insgesamt wurden nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. im vergangenen Jahr 10.697 kaskoversicherte Pkws entwendet – vor allem teure Modelle und SUVs. Dabei kann man einiges tun, um einen Diebstahl zu erschweren.

22.11.2021 (verpd) Natürlich sollten bei einem Auto, das abgestellt wurde, die Türen und Fenster verriegelt und der Schlüssel abgezogen sein. Doch man kann noch einiges mehr tun, um sein Eigentum zu schützen. Was sinnvoll ist, erklärt die Polizei auf einer eigenen Webseite.

Auch wenn die Anzahl der geklauten Autos im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen ist, verursachten die Autodiebe immer noch einen wirtschaftlichen Schaden von fast 214 Millionen Euro. Zudem stieg der Schaden für die Bestohlenen an. „Erstmals mussten die Versicherer für einen Diebstahl im Durchschnitt mehr als 20.000 Euro zahlen“, erklärt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Kein Wunder, denn die Diebe stehen auf hochpreisigen Fahrzeugen; vor allem auf SUVs.

Betrachtet man die zehn am häufigsten gestohlenen Fahrzeuge, so sind sieben davon SUVs, darunter jeweils gleich zwei Modelle von Land Rover, BMW und Toyota. Deshalb rät die Polizei im Webportal der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, derart hochpreisige Fahrzeuge am besten in einer abschließbaren Garage oder zumindest an gut beleuchteten und belebten Straßen abzustellen. Zudem sollte man darauf achten, dass – wenn per Funkschlüssel abgeschlossen wird – das Fahrzeug dieses Verschließen mit optischen und/oder akustischen Signalen quittiert.

Keyless-Systeme sind problematisch

Keyless-Systeme sind komfortabel, denn sie ermöglichen es, ein Auto zu öffnen und zu starten, ohne dass der Schlüssel hierfür aus der Tasche herausgenommen werden muss. Es reicht, wenn er sich im Pkw oder in unmittelbarer Nähe davon befindet. Leider sind derartige Systeme auch für Diebe sehr komfortabel, denn durch kleine Sender und Empfänger können sie dieses Signal beispielsweise von der Wohnung bis zum mehrere Hundert Meter entfernten Fahrzeug leiten.

So lässt sich das Auto bequem öffnen, der Motor starten und es kann so lange gefahren werden, bis der Motor abgestellt wird. Um dies zu verhindern, sollten die Keyless-Schlüssel nicht in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür aufbewahrt werden. Alternativ gibt es spezielle Aufbewahrungsetuis oder Boxen, die – wenn der Schlüssel darin liegt – sämtliche Funksignale unterbinden.

Technische Lösungen zur Sicherung und Ortung

Außerdem kann man sein Fahrzeug mithilfe von technischen Lösungen gegen Diebstahl sichern. So verhindert eine Lenkradkralle beispielsweise das Drehen des Lenkrads. Es gibt aber auch Systeme, die verhindern, dass ein Gang eingelegt werden kann. All diese Varianten wirken abschreckend und müssen deshalb so angebracht werden, dass sie gut sichtbar sind. Sie empfehlen sich vor allem dann, wenn das Fahrzeug längere Zeit oder an einem besonders unsicheren Ort abgestellt wird.

Zudem schrecken elektronische Diebstahlschutzsysteme und Diebstahlwarnanlagen Kfz-Diebe ab. Sie lassen sich zumeist ohne großen Aufwand nachrüsten. Um ein gestohlenes Auto leicht(er) wieder aufzufinden, eignen sich sogenannte GPS-Tracker, die für geringes Geld zu haben sind. Sie zeigen den aktuellen Standort des Fahrzeugs auf einer Karte auf Basis des gesendeten GPS-Signals an. So weiß man stets, wo sich ein bestimmtes Fahrzeug befindet.

Leichtsinn kann den Versicherungsschutz kosten

Wer eine Kfz-Teilkaskoversicherung hat – diese ist übrigens automatisch ein Bestandteil einer Kfz-Vollkaskoversicherung –, bekommt bei einem Fahrzeugdiebstahl den Schaden ersetzt. Dabei wird der Fahrzeugwert (Marktwert) zum Zeitpunkt des Diebstahls ersetzt – außer es handelt sich um ein besonders neues Fahrzeug. So entschädigen manche Versicherer im Rahmen einer Kfz-Kasko, wenn eine Neupreis- oder Neuwertklausel in den Versicherungsschutz miteingeschlossen wurde, den Neuwert, wenn das Auto je nach Vereinbarung erst maximal sechs, zwölf oder 24 Monaten alt ist.

Umgekehrt kann es den Versicherungsschutz ganz oder teilweise kosten, wenn man sich grob fahrlässig verhält, also beispielsweise das Auto nicht verschließt und den Schlüssel im Auto stecken lässt. Der Autoschlüssel sollte außerdem nicht in der Jacke verbleiben, wenn diese in einem Restaurant an der Garderobe aufgehängt wird. Wurde der Autoschlüssel bei einem Diebstahl entwendet, sollte man laut Polizei in einer Fachwerkstatt den Schlüssel sperren lassen. Das Faltblatt „Faltblatt Sicherheit rund ums Fahrzeug“ der Polizei fasst dies noch einmal zusammen.